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HUSTOPEČE (AUSPITZ) - GESCHICHTE

Die Stadt unter der Kuratel Hitlerdeutschlands

Mgr. Soňa Nezhodová, Ph.D.
Übersetzung von Adrian von Arburg, Ph.D.


Kurz nach Abschluss des Münchner Abkommens wurde am 6. Oktober in Wien, unter Mitwirkung von Auspitzer Nationalsozialisten nachträglich beschlossen, dass mit dem 8. Oktober auch die ursprünglich nicht in die deutsche Besatzungszone inkorporierte Stadt miteinbezogen und an diesem Tag von der deutschen Wehrmacht besetzt werden solle. Dazu kam es trotz der Tatsache, dass die Nationalitätenverhältnisse in Auspitz zu dieser Zeit fast ausgeglichen waren (bei der letzten Volkszählung von 1930 lebten in der Stadt 1862 Deutsche und 1715 Tschechen).

Die Begeisterung der Auspitzer Nationalsozialisten über die „Befreiung“ der Stadt ließ allerdings bald nach, da sich sehr früh erste negative Folgen der Besatzung bemerkbar machten. Auspitz, seit 1850 Bezirksstadt, befand sich nach dem Anschluss an das Dritte Reich nämlich an der Grenze zur Rest-Tchechei (nach dem 15. März 1939: Protektorat Böhmen und Mähren) und die Stadt musste nach „München“ die Abgewanderung von mehr als 800 Einwohnern (vor allem Juden, tschechische Intelligenz und Beamte mit ihren Familien-angehörigen) verkraften. Im Zuge einer verwaltungsmäßigen Reorganisation wurde Auspitz in den Zuständigkeitsbereich des Landsrats in Nikolsburg (Mikulov) überführt, dessen Territorium 1939 dem Gau Niederdonau angeschlossen wurde. Durch den Verlust der Bezirksbehörden wurde Auspitz aber mit einem Schlag zu einem wenig bedeutsamen Städtchen auf dem Lande.

Bereits Anfang November 1938 wurden alle jüdichen landwirtschaftlichen, Gewerbe- und Handelsgetriebe inventarisiert und mit deren Verwaltung wurden kommissarische Leiter (Arisatoren) beaufragt, die sich aus den früheren deutschen Mitbürger rekrutierten. Ungefähr zur gleichen Zeit (Ende Oktober/Anfang November 1938) wurde in Auspitz auch die Überführung der jüdische Immobilien und Grundstücke durchgeführt.

Eine bedeutende Veränderung im Leben der Stadt stellte im Oktober 1940 die Ankunft von deutschen Umsiedlern (insgesamt 740) aus Bessarabien dar. Im Herbst 1941 wurden diese Menschen nach Westpreussen weitergeleitet. An ihre Stelle traten Anfang Dezember 1941 etwa 400 weitere deutsche Umsiedler aus Bulgarien , die bis zum November 1942 in der Stadt verblieben. Im Dezember 1943 wurden die Auspitzer Schulen zu Gunsten der Errichtung von zwei SS-Lazareten geräumt. Im September 1944 trafen Flüchtlinge aus dem Banat, aus Riga, Tschenstochau und Warschau (Rumänen, Deutsche aus der Ukraine, lettische Staatsangehörige), sowie auch evakuirte Einwohner des Gaus Wien ein. Der akute Mangel an Wasser und die schlechten hygienischen Verhältnisse lösten eine Typhus-Epidemie aus.

Im Herbst 1944 entstand in Auspitz auf dem Areal der Ziegelei Hans Wagner ein Arbeitslager (geführt als Luftwaffenbaulager) für ungarische Juden, und zwar im Rahmen der Errichtung von änhnlichen Lagern (sog. Zwangsarbeitslager für ungarische Juden in Österreich) auf dem Gebiet von Ost-Österreich.

Anfang April 1945 überschritten Einheiten der 2. Ukrainischen Front von Marschall Malinowski den Fluss March. Die Befreiungskämpfe in der Lunderburger Region begannen am 6. April unterhalb von Landshut (Lanžhot) an der March. Auspitz wurde am 16. April befreit. Die Rote Armee errichtete in Auspitz mehrere Militärspitale, in die sie viele hundert Verletzte von der Front her brachte. Schließlich fanden in der Stadt 378 Rotarmisten ihre letzte Ruhestätte.

Nach dem 2. Weltkriegs setzten große demografische Veränderungen ein. Die Mehrheit der Auspitzer Juden war dem Holokaust zum Opfer gefallen. Viele Deutsche, vor allem die exponiertesten Nationalsozialisten, warteten nicht mehr länger ab und flohen rechtzeitig nach Österreich.

Im Frühling kam es zur Realisierung der sog. Abschiebung (odsun), d.h. der Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung. Aus dem Sammellager in Auspitz wurden zwischen dem 30. März und 4. September 1946 im Rahmen von zehn Transporten ingesamt 3123 Personen nach Deutschland ausgesiedelt.

In Auspitz verblieben 33 Antifaschisten, ein Spezialist und weitere Personen (Greise, Angehörige von Mischehen). Im September 1948 wurden in der Stadt 2602 Einwohner gezählt, davon waren 2542 Personen Tschechen und Slowaken, 60 Personen waren Deutsche.

 





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